Zuvor:
Zwei Tage nach unserer Teilnahme am International Evening beköstigten wir unsere neuen ungarischen Freunde mit Ofenkartoffeln und Sauerrahm (=Tejföl). Wir lernten also zum IE nicht nur leckeres und unleckeres aus allen Teilen der Welt kennen, sondern auch allerlei Gesöff, womit es allen und uns recht leicht fiel, Studenten aus allen Teilen der Welt näher zu inspizieren. Eine Rundschau: Die Brasilianer mixten Caipi und Erdbeerzeug in dafür eher unpraktisch anmutenden Plastikbechern. Nach 4 Minuten langem Warten, ging dann der Becher durch 40 Hände und der Strohhalm steckte in ebensovielen Mündern, sofern der Becher nicht sowieso schon restlos entleert beim letzten Dürstenden ankam. Die Schweden kauften bei IKE* fix Knäcke, Fisch und Dips, die Kanadier übergossen alte Pommes mit Wurstsuppe und Käse, die Griechen kneteten Elefantenpopel, reichten dazu Salat, am benachbarten Türken-Stand gabs Weißes, puddingähnliches mit Zimt, die Deutschen waren Herren der Kartoffel. Aber die Eierschecke war knüllerhaft! Danke Conrad, dass es kein Kartoffelkuchen war!! Das meiste jedoch, und ich glaube alles probiert zu haben, war sehr lecker, eine unglaubliche Menge. Punkt 10 wurde die mittlerweile nur noch trinkende Meute zusammengetrommelt, das Etablissement zu verlassen und einer weiteren Party beizuwohnen ...
Als am Freitag Familie Windisch, welche Bekannte von Conrad´s Großvater sind, zum Abendessen und Kennenlernen einlud, wurden wir wieder einmal belehrt, wofür Tejföl alles gut ist. Zur Gemüsesuppe, zum Pilzragout mit Reis, und schließlich als topping zum panierten Aprikosenknödel. Ein Haushalt der 8 Kinder großzog hat einen Küchentisch, an dem ich Istvan Windisch ca. 3 Meter entfernt gegenüber saß. Das Ehepaar spricht fließend deutsch, lebte in den 70ern 4 Jahre in Dresden. Unser "ungarisch" fand daher bisher höchst selten Verwendung. Man lernt hier eben schon in der 2. Klasse deutsch. Oder die Mutter ist Deutschlehrerin, oder man hat schon dort studiert ... Um noch mehr von Familie Windisch kennenzulernen, sind wir prompt zum Familienfest Mitte März geladen, "... ein oder zwei Leute mehr machen keinen Unterschied."
Am Wochenende untersuchten wir erneut das außerstädtische Gebiet auf Wandertauglichkeit. Es dauert sehr lange, bis man von asphaltierten Wegen wegkommt, auf denen Mutti, Papi und Omi und Enkel und Hund und weiße Schühchen spazieren gehen. (ok, Sonne, Wochenende) 3 Aussichtstürme auf 3 Hügeln, wobei der letztere auch am einsamsten war, dürfen wir nun als erkundet markieren. Unsere Schuhe brauchen nach dem Schlamm-Overkill eine pedantische Reinigung.
Heute hatte ich eine Einführung in zwei neue one-credit-courses. Der erste nennt sich "Space and Light", (Kubus basteln, mit Lampe reinleuchten, Foto machen, Modell entwickeln) wird unterrichtet von einer Architektin/Designerin, die, nicht älter als ich, schon bissl paar mehr Abschlüsse hat. Nämlich diese beiden genannten. Im Anschluss daran gab es eine Einführung zu einem Kurs, welchen sie auch gleich leitet: "Identity Design". Dort lernt man, sein eigenes Portfolio zu gestalten, zum Anfang wird man ein Logo der eigenen Person entwerfen. "You have to show the people, that you are the best." Layouttechnisch war das leider nicht besonders stark. Mädchenfragen wie "Portfolio hoch-oder querformatig" wurden natürlich ausführlichst beantwortet.
Ein Einblick in ungarische künstlerische Aktivitäten der Dozentin gibts hier: www.maak.hu
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