Sonntag, 11. April 2010

Kellemes húsvéti ünnepeket!

... frohe Ostern! Ja die hatten wir! Wie schon von Conrad erwähnt, ging es mit Lukas und Nina für 2 Ostertage ins 130 km, nordöstlich von Budapest gelegene, 66.000-Einwohner-Städtchen Eger. Am Ankunfstabend suchten und fanden wir ziemlich schnell eine Penzio, welche für uns ein 6-Bettzimmer übrig hatte. Blaue Wände, Messingfensterteilung, Frühstückstisch mit lachsfarbener Tischdecke unter der Glasplatte. Nach kurzen Kleinstadterkundungsgängen landeten wir am späten Abend in einer Spilunke mit wild feiernden 18-20-Jährigen. Eine Kostprobe vom Zitronen-Sahne-Törtchen blieb Lukas nicht verwehrt. Am nächsten morgen pellten wir uns mehr oder weniger schwerfällig aus den Kojen, genossen ein reichhaltiges Osterfrühstück, packten überflüssiges Gemeinschafts-Gepäck unter das Buffet, und machten uns leichten Schrittes aus der Stadt zum Berg. Zwischen Bükkgebirge und Matra lässt es sich gut wandern! Durch einige Datschen-Anlagen hindurchgeschlängelt fanden wir endlich den richtigen Weg zum Gipfel. Ein sehr steiler Aufstieg, mancher jedoch schleppte motiviert sein Rad bis hoch hinauf, um dann - nicht unspektakulär -  downzuhillen. Also mitm Rad abwärts schleudern...

Etwas vom Weg abgekommen, landeten wir in einem privaten Gartenhausgrundstück (siehe Foto oben) mit eiersuchenden Bewohnern. Mit lautem Geplapper wurden wir empfangen, als wir aus dem Wald stacksten und uns als Touristen outeten, Gelächter schallte im Hang. 

Eger ist so sauber, da kann man sich ruhig mal hinsetzen! Prost!



Mittwoch, 7. April 2010

Intensive Studio Week

Hier war diese Woche unimäßig das erste Mal etwas mehr los, leider nicht so spannend, wie wir am Anfang dachten.

Für die Architekturstudenten wurden letzte Woche alle Klassen gestrichen und eine 'intensive studio week' ausgerufen. Die verschiedenen Jahrgänge werden auf verschiedene Lehrstühle aufgeteilt, die Erasmusstudenten waren beim Städtebau Lehrstuhl, da nur dieser englischsprachige Seminare angeboten hat. Das war die erste Chance, endlich mal ungarische Mitstudenten kennenzulernen, da sonst leider alles getrennt abläuft: die Ungarn studieren auf Ungarisch, und die ausländischen Vollstudenten und die Erasmus-Austauschstudenten auf Englisch. Da nicht alle Lehrkörper des Englischen mächtig sind, kann man nur an ausgewählten Kursen teilnehmen. (Die Uni plant aber, alle Studenten in Zukunft zusammenzuführen, aber das wird schon eine Weile lang behauptet).

In dieser Studioweek wurden verschiedenste Workshoppppe veranstaltet, zwei davon auf Englisch, daran haben 5 Erasmusstudenten teilgenommen. Wir beide haben uns in getrennte Geschichten eingeschrieben, ich war in meiner Gruppe (15-20 Leute) der einzigste Ausländer, also wurde im Endeffekt auch nur wegen mir nicht Ungarisch gesprochen (was ganz gut geklappt hat). Diese Workshops sind für die regulären Studenten (also nicht die Erasmus) Pflicht, man bekommt aber kein Credit dafür. Das bedeutet, dass man sein reguläres Projekt nicht bearbeiten kann und dem Thema des Workshops ausgeliefert ist. Entsprechend motiviert waren die Kollegen. Ein netter Mitarbeiter von mir verabschiedete sich gleich mal zum Windsurfen für 2 Tage - das gute Wetter... 

Mein Thema war 'Kidnapping Tourists'. Auch wenn die anderenStädtebauworkshops andere Namen hatten, ging es im Endeffekt immer um das gleiche: nämlich Touristen abseits der immer gleich markierten Wege und Sehenswürdigkeiten auf andere Pfade in der spannenden Stadt zu locken.

Jeder Workshop behandelte ein anderes Stadtgebiet, wir hatten dasBurgviertel und Vizivaros zu beackern. Die Route musste einen roten Faden haben (z.B. schöne Türen, die meisten Treppen ...), nachvollziehbar sein und einen markanten Start_Zielpunkt haben, so dass Touristen auch dort vorbeikommen. Der Gruppenleiter hat uns erstmal Touristendaten erfragen lassen, die er auch zufällig in seiner Doktorarbeit benutzen kann ..., dann sollten wir die Gegend erkunden und die Route suchen. Das macht in der Dämmerung dann nimmer so viel Spaß, außerdem wars recht schwer Sachen zu entdecken, die auch den Touristen gefallen. Man kann ja nicht davon ausgehen, das jeder Fassaden analysieren kann oder im Straßenmuster die mittelalterliche Nichtstadtplanung herauslesen kann.

Wir waren also der Meinung, dass man den Touristen nix vorschreiben sollte - die die was erkunden wollen, machen das auch so, und die die die sonstigen Schätze der Stadt nicht erkennen wollen, muss man ja nicht zwingen.
Zusammen mit der Unlust, sich für diesen Workshop bis in tiefsten Nachtstunden zu beschäftigen, war die ganze Angelegenheit ein wenig zerrig. Carina hatte sich ja für einen anderen Workshop eingeschrieben, dann hatten wir ja noch die Nina (meine Dresdner Mitbewohnerin) zu Gast, außerdem kamen dann noch zwei Freundekommillitonnen aus Graz (Lukas und Hieu) für 3 Tage zu Besuch. Mit nur zwei Wohnungsschlüsseln ist man dann auch nicht so entscheidungsfrei bei der Organisation der Gruppenarbeit.

Aber es war gut, endlich mal ungarische Studenten (in meinem Fall hauptsächlich Studentinnen, von ca. 17 waren nur 3 männlich) kennenzulernen, da man ja bisher fast nur mit den Erasmusleuten zu tun hat.

Im Endeffekt haben wir dann eine 'Romantic Hideout Route' erfunden, Fotokollagen (siehe Vergleich) zusammengeschnitten und die Route mit recht dezenten Paar-Fußstapfen-Stickern markiert. Das war dann ganz lustig. Ein Mädel in meiner Gruppe wohnt direkt auf dem Burgberg im mittelalterlichen Bestand, dort ist echt eine schöne Ecke. Beschauliche Straße, Garten, Parkplatz hinterm Haus, dort die Burgmauer mit Blick über Budapest.

Seit 2 Monaten mal wieder am Rechner gearbeitet, die Tastaturkürzel sitzen noch; aber die Mitstreiter waren nicht davon zu überzeugen, nicht mit einem Pixelprogramm zu layouten, was wiederum die Sache in die Länge zieht:)

Carina hat die Route der schönsten Leuchtreklamen innerhalb der Plätze Astoria und Oktogon (Elisabethstadt) erarbeitet und das Problem der vielen gelangweilten Köche gleich umgangen, indem sie einfach alles druckfertig bearbeitet hat. Im Endeffekt musste sie auch noch das Faltblatt aus fix gedruckten A4s zusammenkleben - Ihre Teammates waren schon in den Osterferien. Im Foto oben sieht man Teile des Leporellos, welches jetzt zusammen mit allen anderen dort hängt:


Am Freitag gab´s die Abschlußveranstaltung. Dabei wurde auch noch eine Schnur quer durch diese Aula gespannt, an der dann die ausgedruckten Endergebnisse abgehangen wurden. Das große Modell ist DAS Offizielle der Stadt Budapest, das sich der Lehrstuhl aus dem Depot ausgeliehen hat.

1:500!
und nicht mal alles wurde aufgebaut!


Mit farbiger Wolle wurden die einzelnen Routen markiert. Die Ausführung war etwas chaotisch und langwierig, es wurden eben alle Studenten eines Jahrganges zum gleichzeitigen Agieren zu bewegen versucht.
Bei der offiziellen Rede auf Ungarisch sind wir zu unseren Gästen frühstücken gegangen.

Nach einem Besuch auf dem städtischen Friedhof am Freitag gings am Samstag mit der Bahn nach Eger. Vorab schonmal ein österliches Bild: