Sonntag, 21. Februar 2010

Hegy [der Berg]


Es gibt hier einen sehr interessanten Klub "Gödör". Er liegt in einer ehemaligen U-Bahn Station und zieht unglaublich viele Studenten an. Am Donnerstag wurden wir von einem Lion'er Mitstudenten auf ein Jazzkonzert hingewiesen. Perfekt! 

Wir trudelten ca. um 10 dort ein, nachdem wir einen kleinen Snack zu uns nahmen, der sich am Ende als eine ganze Pizza (für Conrad) und einen halbkugeligen Risotto-Spinat-Hühnchen-Haufen mit Knobilauch (für mich) erwies. Voller Bauch, guter Atem. Perfekt!

Es stellte sich heraus, dass es an diesem Abend kein Jazz geben sollte, sondern was noch viel besseres: Tansza! Ungarische Folklore vom feinsten! Mädels mit Röcksche und Tanzschuhn in großer Zahl mischten sich unters gewöhnlich unauffällige Studentenvolk. Auf dem Foto tanzen alle irgendwie nach System im Kreis und fassen sich an den Schultern, der Raum ist durchzogen von feuchtwarmer, schweißiger "Luft". Im Nebenraum geht es später etwas gesitteter zu, da tanzt man paarweise zu Violine, Bratsche, Xylophon und noch wat.


... wir haben uns am Freitag auf die MEGA Xchange Party getraut, nachdem wir am Xchange-Programmpunkt "Visit the Parliament" teilnehmen durften. Eine dreiviertel Stunde wartete man artig davor, bis alle einzutrudeln vermochten und ihre Pass.ID mit auf der Liste des Organisationsteams abgeglichen hatten. "Augenleier" Am Eingang dann großartiger Security Check und endlich Wärme. Einen regelrechten Wortschwall in schon 1000fach ausgeführter Englisch-Sightseeing-for-tourists-Manier gab´s sogleich von der Fremdenführerin. Sie selbst auch gut im Augenleiern. "Now please take pictures here, flash is o.k. here, take pictures!!!" Führung dauerte eine gefühlte viertel Stunde. Das Parlament ist golden, marmorisiert, bunt, hallig, voller Touristengruppen.

Danach waren wir sehr unterkühlt und liefen bei Sprühregen fix zum Szimpla Kert.  Dort pflegten wir eine Unterhaltung mit einem Cottbusser Bauingenieur und 6 Tassen Kaffee. Es folgte eine Einladung zum "... bei mir is heute Vorglühn, kommter zu mir wenn ihr Lust habt."

Juti. Machenwa. Interessante Wohnung.

Ein Reagenzglas Jägermeister als Begrüßungsgetränk, 2 floors mit gleicher Musik, Karaoke (z.B. "Barbie Girl" von 2000 oder älter), Klebe-Nummern für Mädchen, anders farbige Nummern für Jungs. "You have to find the boy with the same number to get a free drink, yeah!!" ...

Das Wochenende ist und war mehr nach unserem Geschmack. Heute waren wir schön Stadtwandern. Auf dem angrenzenden Hügeln und Bergen hat man schöne Aussichten, wir nahmen gleich 3 Berge mit. Man wohnt dort relativ exklusiv und stattet seine Villa mit Stacheldraht und Alarm-Kameraanlage aus. Der Wachhund, meist den Kopf halb durch den Zaun steckend und aufgeregt bellend, fehlt selten!

 Hier widerum sind wir auf das Grundstück gegangen um das olle tempelsche Villengebäude näher zu inspizieren. Da war wohl der Bauherr gut inspiriert. Es verfällt und ist scheinbar Obdachlosenobdach. Das einzige hier, von der Innenstadt sehr weit entfernt gelegen, hier muss man sich erstmal hochbegeben... Auf dem Gipfel des "Széchenyihegy" fährt eine lustige Kindereisenbahn. Sie verbindet eben diesen Berg mit einem weiteren im Nord-Westen, die Gyermekvasút Bahn ist "Werkmontags geschlossen". Wir werden uns sicher noch öfter dort hinaufbegeben und wandern, lieber nicht an sonnigen Sonntagen;)


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen